Glossar
Basis-DRG
Eine Basis-DRG (Diagnosis Related Group) ist eine grundlegende Klassifikationseinheit im DRG-System. Sie basiert auf der Hauptdiagnose (ICD) und/oder den durchgeführten Prozeduren (OPS). Sie besteht aus dem ersten Buchstaben einer DRG, der die MDC-Zuordnung definiert, sowie den beiden mittleren Zahlen (Partitionsdefinition) einer DRG. Die Basis-DRG kennzeichnet somit die ersten drei Stellen einer endständigen DRG.
Sie stellt den Ausgangspunkt für die Zuordnung eines Behandlungsfalls dar, bevor spezifische Faktoren wie Schweregrade, Alter oder Nebendiagnosen berücksichtigt werden.
Abhängig vom individuellen Ressourcenbedarf des Patienten wird diese Basis-DRG in verschiedene Schweregrade unterteilt, wobei unterschiedliche Einflussfaktoren berücksichtigt werden. Dazu gehören der Patient Clinical Complexity Level (PCCL), das Vorhandensein komplizierender Diagnosen, bestimmte Prozeduren, das Alter des Patienten und viele weitere Logikmechanismen im Zuordnungssystem.
Die Schweregrade innerhalb einer DRG werden durch einen Buchstaben an vierter Stelle der DRG-Codierung gekennzeichnet. Diese Buchstaben spiegeln den relativen Ressourcenverbrauch wider:
A steht für den höchsten Ressourcenaufwand.
B weist auf den zweithöchsten Ressourcenverbrauch hin.
C repräsentiert den dritthöchsten Aufwand und so weiter.
Z signalisiert, dass bei dieser DRG kein weiterer Split nach Ressourcenverbrauch vorgenommen wird.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Bedeutung der DRG-Schweregrade für die Krankenhausfinanzierung und Ressourcenplanung. Die Differenzierung ermöglicht eine präzisere Abbildung des Behandlungsaufwands und sorgt für eine gerechtere Vergütung der erbrachten Leistungen.
Die Einteilung in Schweregrade hat darüber hinaus auch klinische Relevanz, da sie indirekt Aufschluss über die Komplexität und den medizinischen Betreuungsbedarf eines Falls gibt. Eine genaue Dokumentation und korrekte Zuordnung der den Ressourcenverbrauch beeinflussenden Faktoren sind daher von großer Bedeutung, um sowohl medizinische als auch ökonomische Anforderungen im Krankenhaus effizient zu erfüllen.
Beispiel einer Basis-DRG:
Die DRG I68 steht im deutschen DRG-System für „Nicht operativ behandelte Erkrankungen und Verletzungen im Wirbelsäulenbereich oder andere Frakturen am Femur”.
I68A steht für den Schweregrad A mit höchster Komplexität und höchstem Ressourcenverbrauch, beispielsweise aufgrund von Komplikationen oder Begleiterkrankungen.
I68B: Schweregrad B, mittlerer Ressourcenaufwand, beispielsweise ohne schwerwiegende Komplikationen.
In diesem Beispiel ist I68 die Basis-DRG und die zusätzlichen Buchstaben zeigen an, wie der Behandlungsaufwand und damit die Vergütung gestaffelt werden.
