FAQ - Medizinische Kodierfachkraft
Häufige Fragen - Gehalt, Berufsbild und Weiterbildung zur Med. Kodierfachkraft (IHK)
Die Medizinische Kodierfachkraft – auch Klinische Kodierfachkraft, Medical Coder oder Clinical Coder genannt – übersetzt Diagnosen, Behandlungen und Prozeduren eines stationären Krankenhausfalls in die Codes der Klassifikationen ICD-10-GM und OPS. Auf dieser Grundlage ermittelt das Krankenhaus die Fallpauschale (DRG) und rechnet die Behandlung gegenüber Krankenkassen und anderen Kostenträgern ab. Die Qualifikation erfolgt über eine Weiterbildung mit Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer; formale Zugangsvoraussetzungen gibt es nicht. Auf dieser Seite beantworten wir die Fragen, die uns zu Berufsbild, Aufgaben, Gehalt und Weiterbildung am häufigsten gestellt werden.
Was macht eine Medizinische Kodierfachkraft?
Eine Medizinische Kodierfachkraft übersetzt Diagnosen, Behandlungen und Prozeduren eines stationären Krankenhausfalls in die Codes der Klassifikationen ICD-10-GM und OPS. Aus diesen Codes ermittelt eine Software – der Grouper – die Fallpauschale (DRG), mit der das Krankenhaus gegenüber den Krankenkassen abrechnet.
Die Aufgaben im Einzelnen
Behandlungsunterlagen sichten und alle erbrachten Leistungen erfassen: Untersuchungen, Eingriffe, Laborwerte, Medikation und Pflegeaufwand.
Rücksprache mit Ärzten und Pflegepersonal halten, damit die Dokumentation vollständig und nachvollziehbar ist.
Diagnosen und Prozeduren nach ICD-10-GM und OPS verschlüsseln und die Daten in den Grouper eingeben.
Das Ergebnis auf Plausibilität prüfen, damit die Abrechnung korrekt und zeitnah erfolgt.
Bei entsprechender Erfahrung zusätzlich Prüfanzeigen der Krankenkassen und des Medizinischen Dienstes bearbeiten.
Kodiert wird nach festen Regeln: Die Klassifikationen ICD-10-GM und OPS gibt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte heraus, die Anwendungsregeln stehen in den Deutschen Kodierrichtlinien des InEK. Beide werden jährlich aktualisiert.
Wo die Stelle im Krankenhaus angesiedelt ist
Kodierfachkräfte arbeiten administrativ und sind in der Regel dem Medizincontrolling zugeordnet. Sie entlasten Ärzte und Pflegepersonal, die sich dadurch stärker auf die Behandlung konzentrieren können, und erhöhen zugleich die Kodierqualität – und damit den Erlös des Hauses.
Andere Bezeichnungen für denselben Beruf
Für die Medizinische Kodierfachkraft sind zahlreiche Bezeichnungen gebräuchlich, die dasselbe Berufsbild meinen: Klinische Kodierfachkraft, Klinischer Kodierer, Coder, Clinical Coder, Medical Coder, Fallmanagerin, Dokumentationsassistent, Casemixperformer oder DRG-Profiler. Zwischen einer medizinischen und einer klinischen Kodierfachkraft besteht kein inhaltlicher Unterschied.
Qualifizieren können Sie sich über die Weiterbildung zur Medizinischen Kodierfachkraft (IHK).
Was verdient eine Medizinische Kodierfachkraft?
Eine Medizinische Kodierfachkraft verdient im kommunalen Krankenhaus je nach Entgeltgruppe und Erfahrungsstufe rund 3.300 € bis 5.300 € brutto im Monat, also etwa 40.000 € bis 64.000 € im Jahr. Üblich sind die Entgeltgruppen 7, 8, 9a und 9b des TVöD-VKA.
Weil der Beruf überwiegend an öffentlichen und kirchlichen Häusern ausgeübt wird, richtet sich die Vergütung in den meisten Fällen nach einem Tarifvertrag. Die Entgeltgruppen 7 bis 9b sind seit Jahren der übliche Rahmen; die Beträge darin ändern sich mit jeder Tarifrunde.
Monatliche Bruttoentgelte nach TVöD-VKA (Vollzeit)
Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 3 | Stufe 6 |
|---|---|---|---|
EG 7 | 3.294,98 € | 3.682,69 € | 4.045,24 € |
EG 8 | 3.486,40 € | 3.843,36 € | 4.230,97 € |
EG 9a | 3.658,61 € | 4.097,67 € | 4.979,97 € |
EG 9b | 3.779,84 € | 4.203,56 € | 5.313,37 € |
Diese Tabelle gilt vom 1. Mai 2026 bis zum 31. März 2027. Quelle: Entgelttabelle TVöD-VKA. Danach gelten die Werte der folgenden Tarifrunde; die Entgeltgruppen selbst bleiben davon unberührt.
Stufe 1 entspricht dem Berufseinstieg, Stufe 6 wird nach rund 15 Jahren in derselben Entgeltgruppe erreicht. Die Werte gelten für eine Vollzeitstelle und enthalten weder Zulagen noch die Jahressonderzahlung.
Wovon die Eingruppierung abhängt
Tarifbindung des Arbeitgebers. Kommunale Häuser zahlen nach TVöD-VKA, Universitätskliniken nach TV-L, kirchliche Träger nach AVR (Caritas, Diakonie). Kodier-Dienstleister, Beratungsunternehmen und Kostenträger vergüten häufig frei verhandelt.
Zuschnitt der Stelle. Reine Fallkodierung wird niedriger eingruppiert als eine Stelle, die zusätzlich Prüfverfahren des Medizinischen Dienstes bearbeitet, die Kodierqualität steuert oder ärztliches Personal schult.
Berufserfahrung. Innerhalb einer Entgeltgruppe macht die Stufe einen erheblichen Teil des Gehalts aus – in der EG 9a rund 1.300 € monatlich zwischen Stufe 1 und Stufe 6. Wie viel Ihrer bisherigen Berufserfahrung angerechnet wird, verhandeln Sie beim Einstieg.
Region und Trägerschaft. Zwischen Ballungsraum und ländlichem Haus bestehen spürbare Unterschiede, ebenso zwischen öffentlichen und privaten Trägern.
Zusatzqualifikation. Eine weiterführende Qualifikation, etwa zum Medizincontroller (IHK), eröffnet in der Regel eine höhere Entgeltgruppe.
Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat sich mit der tariflichen Eingruppierung Medizinischer Kodierfachkräfte befasst (Az. 13 Sa 1/10). Eine bundeseinheitlich verbindliche Zuordnung zu einer Entgeltgruppe gibt es dennoch nicht: Maßgeblich ist die konkrete Stellenbeschreibung.
Was kostet die Weiterbildung zur Medizinischen Kodierfachkraft (IHK)?
Die Weiterbildung zur Medizinischen Kodierfachkraft (IHK) kostet beim PKM zwischen 1.890 € und 2.550 € inklusive Mehrwertsteuer, je nach Kursformat. Mit einem Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit werden die Kosten vollständig übernommen. Ratenzahlung über sechs Monate ist möglich.
Die Preise der vier Varianten
Variante | Preis |
|---|---|
1.890 € | |
1.890 € | |
2.550 € | |
über Bildungsgutschein gefördert |
Alle Preise sind Gesamtpreise inklusive gesetzlicher Mehrwertsteuer. Der Intensivkurs ist teurer, weil er den größten Stundenumfang hat und zusätzliche Fachabteilungen behandelt. Die tagesaktuellen Preise stehen jeweils auf der verlinkten Kursseite.
Wie sich die Kosten senken lassen
Mit einem Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters entfallen die Kosten vollständig.
Viele Arbeitgeber übernehmen die Weiterbildung ganz oder anteilig – ein Gespräch lohnt sich in fast jedem Fall.
Wer selbst zahlt, kann die Kosten als Werbungskosten steuerlich absetzen, einschließlich Reise- und Übernachtungskosten sowie Fachliteratur.
Ratenzahlung über sechs Monate ist bei allen kostenpflichtigen Varianten möglich.
Wie lange dauert die Weiterbildung zur Medizinischen Kodierfachkraft?
Die Weiterbildung dauert je nach Format 5 Tage, 9 Tage, drei Wochen in Vollzeit oder zehn Wochen berufsbegleitend. Die kürzeste Variante ist der fünftägige Kompaktkurs mit 40 Unterrichtsstunden. Alle Varianten schließen mit derselben IHK-Prüfung ab und führen zum identischen Zertifikat.
Dauer der vier Varianten im Überblick
Variante | Dauer | Umfang |
|---|---|---|
Kompaktkurs | 5 Tage Vollzeit | 40 Stunden |
Intensivkurs | 9 Tage Vollzeit | 67,5 Stunden |
Mit Bildungsgutschein | 3 Wochen Vollzeit | täglich 9:00–17:30 Uhr |
Berufsbegleitend | 10 Wochen | 17 Termine à 1,5 Stunden |
Berufsbegleitend finden die Termine wahlweise morgens von 9:00 bis 10:30 Uhr oder abends von 19:00 bis 20:30 Uhr statt, sodass sich die Weiterbildung neben dem Dienstplan absolvieren lässt.
Warum die Grundausbildung bewusst kompakt gehalten ist
Für die Qualifikation gibt es keinen gesetzlich geregelten bundeseinheitlichen Standard. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer hat gemeinsam mit dem Privatinstitut für Klinikmanagement (PKM) mit dem Qualifizierungshandbuch einen Standard geschaffen. Didaktisch hat es sich in fast 15 Jahren bewährt, die Grundausbildung kompakt zu halten: Mit etwas praktischer Kodiererfahrung lassen sich abteilungsspezifische Vertiefungen anschließend deutlich leichter verstehen und umsetzen.
Nach der Grundausbildung folgen in der Praxis jährliche Update-Seminare zu den Systemänderungen des Folgejahres sowie bei Bedarf fachabteilungsspezifische E-Learnings. Eine Übersicht der Termine finden Sie auf den Kursseiten.
Welche Voraussetzungen brauche ich – ist der Einstieg auch als Quereinsteiger möglich?
Es gibt keine formalen Zugangsvoraussetzungen. Eine pflegerische oder medizinische Ausbildung ist nicht erforderlich, medizinisches Vorwissen erleichtert den Einstieg aber deutlich. Quereinsteiger erhalten vorab kostenfrei Videotutorials zu den medizinischen Grundlagen, um die Inhalte sicher nachvollziehen zu können.
Wer typischerweise teilnimmt
Examiniertes Pflegepersonal, Medizinische Fachangestellte und verwandte Berufsgruppen bringen das nötige Vorwissen bereits mit und können klinische Leistungen nach kurzer Zeit sicher in der Kodierung abbilden. Daneben nehmen Ärzte, Mitarbeitende von Kostenträgern und Beschäftigte aus der Krankenhausverwaltung teil.
Einstieg als Quereinsteiger
Auch ohne medizinische Vorbildung ist die Teilnahme möglich. Vorab stellen wir kostenfrei Videotutorials zu den medizinischen Grundlagen für Einsteiger bereit, die Basiswissen und Zusammenhänge vermitteln. Alle anderen Teilnehmenden können dieses Vormodul zum Auffrischen nutzen.
Was Sie sonst mitbringen sollten
Eine strukturierte, selbstständige Arbeitsweise – Kodierung ist Detailarbeit am Regelwerk.
Grundlegende EDV-Kenntnisse. Spezielle Vorkenntnisse in Krankenhaussoftware sind nicht nötig, die Arbeit mit dem Grouper wird im Kurs vermittelt.
Bereitschaft, sich jährlich auf Änderungen im Regelwerk einzustellen.
Eine längere Berufspause, etwa durch Elternzeit, ist kein Hindernis. Das Vormodul zu den medizinischen Grundlagen ist genau dafür gedacht, vorhandenes Wissen wieder aufzufrischen.
Stand dieser Antwort: September 2026
Alle Varianten der Weiterbildung zur Medizinischen Kodierfachkraft (IHK) stehen Ihnen offen – unabhängig von Ihrer Vorbildung.
Welches Kursformat passt zu mir?
Das PKM bietet vier Wege zum identischen IHK-Zertifikat: den 5-tägigen Kompaktkurs, den 9-tägigen Intensivkurs mit zusätzlichen Fachabteilungen, eine berufsbegleitende Variante über zehn Wochen und eine dreiwöchige Vollzeitmaßnahme für Teilnehmende mit Bildungsgutschein. Drei der vier Formate finden vollständig online als Live-Webinar statt.
Welche Variante wann sinnvoll ist
Der Kompaktkurs passt, wenn Sie schnell einsteigen möchten, sich eine Woche freistellen lassen können oder in einem Haus mit überschaubarem Fachabteilungsspektrum kodieren. Er ist die einzige Variante, die wahlweise auch als Präsenzschulung in Köln stattfindet.
Der Intensivkurs passt, wenn Sie in einem Haus der Schwerpunkt- oder Maximalversorgung arbeiten. Er behandelt zusätzlich Geriatrie, Palliativmedizin, Herzchirurgie, HNO und Augenheilkunde und enthält einen höheren Anteil an Praxisworkshops mit echten Kodierfällen.
Die berufsbegleitende Variante passt, wenn Sie sich nicht freistellen lassen können. Die Termine liegen wahlweise morgens oder abends und lassen sich mit dem Dienstplan vereinbaren.
Die dreiwöchige Maßnahme ist ausschließlich für Teilnehmende mit gültigem Bildungsgutschein konzipiert und inhaltlich auf diese Zielgruppe zugeschnitten, unter anderem mit Bewerbungstraining.
Gibt es die Weiterbildung auch online?
Ja. Intensivkurs, berufsbegleitende Variante und die Maßnahme mit Bildungsgutschein finden ausschließlich als Live-Webinar statt. Beim Kompaktkurs können Sie zwischen Live-Webinar und Präsenzschulung in Köln wählen. Live-Webinar heißt: echter Unterricht mit Dozentin oder Dozent in Echtzeit, keine aufgezeichneten Videos.
Reicht der fünftägige Kompaktkurs aus?
Sie erlernen darin die praktische und theoretische Expertise für eine sachgerechte Kodierung und erhalten mit dem Abschluss die Berechtigung zu kodieren. Die eigentliche Routine entsteht anschließend in der praktischen Tätigkeit beim Arbeitgeber. Wer später tiefer einsteigen möchte, nutzt die fachabteilungsspezifischen E-Learnings.
Dauer und Stundenumfang der Varianten finden Sie in der Frage zur Dauer, die Preise in der Frage zu den Kosten.
Wird die Weiterbildung gefördert – zahlt das Arbeitsamt?
Ja. Mit einem Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters werden die Kosten vollständig übernommen. Das PKM ist ein durch jährliche Audits anerkannter, AZAV-zertifizierter Bildungsträger; die dreiwöchige Maßnahme ist unter der Maßnahmennummer 357 587 2025 staatlich zugelassen.
Die vier Wege der Finanzierung
Bildungsgutschein. Wer arbeitsuchend gemeldet ist, kann bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter einen Bildungsgutschein beantragen. Damit ist die dreiwöchige Weiterbildung vollständig gefördert. Voraussetzung für die Förderfähigkeit ist die AZAV-Zulassung des Anbieters – die liegt beim PKM vor, den Anerkennungsbescheid erhalten Sie auf Anfrage.
Kostenübernahme durch den Arbeitgeber. Viele Kliniken übernehmen die Weiterbildung ganz oder anteilig, weil sie unmittelbar von der besseren Kodierqualität profitieren.
Steuerliche Absetzbarkeit. Wer selbst zahlt, kann die Kosten in voller Höhe als Werbungskosten geltend machen – einschließlich Reisekosten, Übernachtungskosten und Fachliteratur.
Bildungsurlaub. Mit Ausnahme von Bayern und Sachsen haben alle Bundesländer ein Bildungsurlaubsgesetz. Damit lässt sich bezahlter Sonderurlaub für die Weiterbildung beantragen, üblicherweise fünf Tage pro Jahr.
Warum die Weiterbildung steuerlich als Fortbildung anerkannt wird
Die Weiterbildung vermittelt spezifische Kenntnisse, die für die korrekte Kodierung und Abrechnung medizinischer Leistungen unerlässlich sind, und erweitert vorhandenes medizinisches Wissen um die Anwendung von ICD-10-GM, OPS und den Deutschen Kodierrichtlinien. Sie wird deshalb erfahrungsgemäß als berufliche Weiterbildung anerkannt. Bei Rückfragen des Finanzamts hilft ein kurzes Gespräch mit Angaben zu den Inhalten.
Wir sind keine Steuerberater – für Ihren konkreten Fall entscheidet Ihr Finanzamt.
Wie läuft die IHK-Prüfung ab und welchen Abschluss erhalte ich?
Die Prüfung findet online über das IHK-Portal statt, dauert 90 Minuten und besteht aus Multiple-Choice-Fragen. Wer besteht, erhält das Zertifikat „Medizinische Kodierfachkraft (IHK)" der Industrie- und Handelskammer. Alle vier Kursvarianten führen zum identischen Abschluss.
Der Ablauf
Die Zugangsdaten für das IHK-Portal erhalten Sie rechtzeitig vor dem Prüfungstermin direkt von der IHK.
Vorab können Sie das Portal in einer Probeprüfung testen, sodass Ihnen die Technik am Prüfungstag vertraut ist.
Für die Prüfung stehen 90 Minuten zur Verfügung. Gestellt werden Multiple-Choice-Fragen; eine mündliche oder praktische Prüfung gibt es nicht.
Die Prüfung findet im Anschluss an den Kurs statt, beim Intensivkurs beispielsweise am Tag nach dem letzten Kurstag.
Der Abschluss
Nach bestandener Prüfung erhalten Sie das Zertifikat „Medizinische Kodierfachkraft (IHK)". Es ist vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag anerkannt und in Personalabteilungen etabliert – für viele Kliniken ist es der Nachweis, den sie in Stellenausschreibungen voraussetzen.
Stand dieser Antwort: September 2026
Die Prüfung ist Bestandteil aller vier Kursvarianten.
Wo arbeiten Kodierfachkräfte – ist Homeoffice möglich?
Kodierfachkräfte arbeiten überwiegend im Krankenhaus, dort in der Regel im Medizincontrolling. Daneben beschäftigen Krankenkassen, der Medizinische Dienst, Beratungsunternehmen und Kodier-Dienstleister Kodierfachkräfte. Homeoffice ist möglich und wird häufiger, hängt aber stark vom einzelnen Haus ab.
Die Einsatzorte
Krankenhaus. Der klassische Einsatzort. Die Stelle ist administrativ und meist dem Medizincontrolling unterstellt, mit enger Abstimmung zu Ärzten und Pflege.
Krankenkassen und Medizinischer Dienst. Hier wird die andere Seite geprüft: ob stationäre Notwendigkeit, Verweildauer und Kodierung eines Falls den geltenden Regelwerken entsprechen.
Beratungsunternehmen und Kodier-Dienstleister. Häuser lagern Kodierung teilweise aus oder holen sich Unterstützung bei Rückständen.
Industrie. Seltener, etwa bei Medizintechnik- und Pharmaunternehmen im Zusammenhang mit Erstattungsfragen.
Homeoffice
Homeoffice ist möglich und wird häufiger, hängt aber stark vom einzelnen Krankenhaus ab. Manche Häuser lassen die Fallkodierung vollständig remote erledigen, andere setzen auf Anwesenheit – unter anderem, damit die Kodierfachkraft für Rückfragen an Ärzte und Pflege ansprechbar ist. Einen pauschalen Anspruch gibt es nicht; die Frage gehört ins Bewerbungsgespräch.
Wie sind die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt?
Gut. Kodierfachkräfte werden deutschlandweit gesucht. Der Bedarf ergibt sich unmittelbar aus dem Abrechnungssystem: Solange Krankenhäuser über Fallpauschalen abrechnen, muss jeder stationäre Fall kodiert werden – und die Qualität dieser Kodierung entscheidet unmittelbar über den Erlös des Hauses.
Wie Sie sich qualifizieren, steht in der Weiterbildung zur Medizinischen Kodierfachkraft (IHK).
Lohnt sich der Wechsel aus der Pflege in die Kodierung?
Für viele Pflegekräfte ja. Nacht- und Wochenenddienste entfallen, die Arbeitszeiten sind meist gleitend und familienfreundlich, die körperliche Belastung ist deutlich geringer. Das medizinische Wissen aus der Pflege ist in der Kodierung kein Ballast, sondern der entscheidende Vorteil.
Was sich konkret ändert
Frei einteilbare Arbeitszeiten oder Gleitzeit statt Schichtdienst; Nacht- und Wochenenddienste entfallen in der Regel.
Deutlich geringere körperliche Belastung als auf Station.
Planbarkeit: Die Arbeit richtet sich nach Abrechnungsfristen, nicht nach dem Stationsalltag.
Die Nähe zur Medizin bleibt – Sie lesen weiterhin Befunde, Verläufe und OP-Berichte, nur mit anderem Ziel.
Warum Pflegekräfte besonders gut kodieren
Examiniertes Pflegepersonal, Medizinische Fachangestellte und verwandte Berufsgruppen bringen genau das Vorwissen mit, das die Kodierung verlangt: Sie wissen, was auf Station tatsächlich passiert, kennen Behandlungsabläufe und können einschätzen, welcher Aufwand hinter einer Dokumentation steht. Mit der entsprechenden Weiterbildung bilden sie klinische Leistungen nach kurzer Zeit sicher und effizient ab.
Häufige Bedenken
„Ich war lange raus." Eine Berufspause, etwa durch Elternzeit, ist kein Hindernis. Das kostenfreie Vormodul zu den medizinischen Grundlagen ist genau dafür da, vorhandenes Wissen wieder aufzufrischen.
„Ich habe kaum am Schreibtisch gearbeitet." Grundlegende EDV-Kenntnisse genügen. Der Umgang mit dem Grouper und der Kodiersoftware wird im Kurs vermittelt.
„Verdiene ich dann weniger?" Die Eingruppierung erfolgt üblicherweise in die Entgeltgruppen 7 bis 9b des TVöD-VKA. Wie viel Ihrer bisherigen Berufserfahrung bei der Stufenzuordnung angerechnet wird, ist Verhandlungssache beim Einstieg.
Stand dieser Antwort: September 2026
Der Einstieg führt über die Weiterbildung zur Medizinischen Kodierfachkraft (IHK), wahlweise auch berufsbegleitend über zehn Wochen.
Kodierfachkraft oder Medizincontroller – was ist der Unterschied?
Die Kodierfachkraft arbeitet operativ am Einzelfall: Sie erfasst und verschlüsselt Diagnosen und Prozeduren, damit die Behandlung korrekt abgerechnet wird. Der Medizincontroller arbeitet strategisch auf Ebene des ganzen Hauses – Kostenmanagement, Prozessanalysen und Budgetverhandlungen.
Kodierfachkraft | Medizincontroller | |
|---|---|---|
Ebene | Einzelfall | Abteilung und Gesamthaus |
Kernaufgabe | Diagnosen und Prozeduren kodieren | Steuern, analysieren, beraten |
Zusammenarbeit | eng mit Ärzten und Pflege | mit Geschäftsführung und Verwaltung |
Typische Zusatzaufgabe | Prüfanzeigen des Medizinischen Dienstes | jährliche Budgetverhandlung |
Beide Rollen greifen ineinander: Die Kodierfachkraft liefert mit ihrer Kodierung die Datengrundlage, auf der das Medizincontrolling steuert. Ohne belastbare Kodierqualität sind Kennzahlen und Budgetverhandlungen wertlos.
Die Weiterbildung zur Kodierfachkraft ist deshalb auch ein üblicher erster Schritt: Wer später ins Medizincontrolling wechseln möchte, kann darauf mit der Weiterbildung zum Medizincontroller (IHK) aufbauen.
Stand dieser Antwort: September 2026
Ist Medizinische Kodierfachkraft ein anerkannter Beruf?
Medizinische Kodierfachkraft ist kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, und es gibt keinen gesetzlich geregelten bundeseinheitlichen Standard für die Qualifikation. Der in Kliniken etablierte Nachweis ist das IHK-Zertifikat – es ist vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag anerkannt und wird in Stellenausschreibungen regelmäßig vorausgesetzt.
Wie der Standard zustande kommt
Die Industrie- und Handelskammern haben vom Staat die Aufgabe erhalten, die Ausbildung für viele Berufsgruppen zu überwachen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer hat daher gemeinsam mit dem Privatinstitut für Klinikmanagement (PKM) in Köln mit dem Qualifizierungshandbuch einen Standard für die Ausbildung Medizinischer Kodierfachkräfte geschaffen. Er ist keine gesetzliche Regelung, aber der De-facto-Maßstab am Markt.
Wer im Krankenhaus überhaupt kodieren darf
Rechtlich darf jeder Mitarbeiter kodieren. Der Gesetzgeber schreibt lediglich vor, dass zur Abrechnung kodiert werden muss, nicht durch wen. Kliniken delegieren die Kodierung dennoch fast durchgängig an eigens geschulte Fachkräfte – weil die Kodierqualität und damit der Erlös dadurch deutlich höher ausfällt und Ärzte wie Pflegepersonal entlastet werden.
Genau daraus ergibt sich der Wert des Zertifikats: Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber es ist der Nachweis, den Personalabteilungen sehen wollen.
Stand dieser Antwort: September 2026
Den Nachweis erwerben Sie mit der Weiterbildung zur Medizinischen Kodierfachkraft (IHK).
